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Malteser Hospizzentrum St. Raphael

Die Trauerblase im Bauch ist geplatzt

12.02.2020

Am 11. März startet im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser in Duisburg-Homberg die nächste Kindertrauergruppe. Das kostenlose Angebot richtet sich an Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Duisburg. Auch in diesem Frühjahr bietet der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst des Malteser Hospizzentrums eine Kindertrauergruppe an. Nicole Füngerlings ist eine der beiden Leiterinnen des Kurses. Sie hat einen Erfahrungsbericht geschrieben.

„Die Trauerblase im Bauch der Kinder ist geplatzt und das schon nach dem zweiten Treffen. Fünf Kinder haben sich im letzten Sommer gemeinsam auf einen für sie unbekannten Weg gemacht. Jeder der fünf ist ganz unterschiedlich, doch eine Gemeinsamkeit haben alle: Sie haben einen geliebten Menschen verloren und trauern. In dieser Trauergruppe, die sich alle zwei bis vier Wochen trifft, wird die Trauer angeschaut, besprochen, erklärt und verarbeitet. Nach einem Schnuppertreffen können sich die Kinder entscheiden, ob sie bleiben möchten. Dann begegnen die Kinder der Trauer auf kreative Art und Weise. In der Gruppe basteln die Kinder zum Beispiel „Gefühlsuhren“, die sie dann an die Kinderzimmertür hängen, damit alle Familienmitglieder wissen, wie sich das Kind gerade fühlt. Außerdem bestücken sie einen „Kraft-Baum“ mit Blättern, auf dem alle Namen stehen, die das Kind in dieser schweren Zeit unterstützen. Oftmals erstaunt es die Kinder, wie viele Namen das sind, denn das hätten sie nicht gedacht. In der Gruppe geht es aber auch um Wahrnehmen, Anschauen und Reflektieren. Die Kinder blicken auf das, was war, was ist und was möglicherweise kommen mag. So kommt es vor, dass einem Kind die Worte fehlen, aber dann hat ein anderes eine Idee dazu und erlöst es aus dieser Sprachlosigkeit. Nach insgesamt acht Treffen stellen alle Beteiligten fest: Der Austausch unter Kindern ist die beste Trauerbegleitung, die es gibt. Denn den Kindern wird dann bewusst, dass sie nicht alleine sind und es anderen Kindern ähnlich geht wie ihnen.“